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Das neue Programm #3 - Transkribieren

Wenn für einen neuen Song ausreichend Ausgangsmaterial (CDs, MP3s, Videos) ausgesucht wurde und schon einmal grob klar ist, in welche Richtung es stilistisch gehen soll, brauchen wir dann die Noten für diesen Song. Das sagt sich leicht, in der Praxis schaut es aber so aus, dass es, wenn überhaupt, nur eine sehr vereinfachte Version (meist nur Stimme & Klavier, manchmal auch Gitarren- und/oder Bass-Tabulator) gibt, aber nichts, das detailliert genug ist, um den Song tatsächlich zu spielen.

Darum transkribiere ich in der Regel die Aufnahmen, d. h. versuche, die Noten nach Gehör aufzuschreiben, die Nummer quasi "herunterhören". Das geht manchmal leicht, sehr oft ist es aber ziemlich schwierig und fast in jedem Fall sehr zeitaufwändig. Deshalb wird auch nur das transkribiert, was tatsächlich für das endgültige Arrangement gebraucht wird, d. h. je näher unsere Interpretation am Original sein soll, um so detaillierter wird die Transkription und umgekehrt.

Die wichtigsten Werkzeuge sind ein guter Kopfhörer, gute Lautsprecher und ein Audio-Editor, mit denen ich einen Ausschnitt auswählen und 100 Mal anhören kann, bis ich die entsprechende Stelle notieren kann (jetzt ist auch klar, warum mein kleines Studio im Keller versteckt ist). Hilfreich ist auch ein Keyboard, mit dem man bestimmte Stellen nachspielen kann. Das Ergebnis der Transkription wird gleich während der Arbeit in eine Partitur (im Notensatzprogramm Sibelius) eingetragen, damit kann ich dann fertige Abschnitte nochmals zur Kontrolle anhören und mit der Aufnahme vergleichen - und wenn unser Arrangement nahe am Original bleiben soll, ist schon ein großer Teil des nächsten Schritts erledigt.

InEar Monitoring

Jetzt ist es soweit. Wir haben beschlossen, die nervigen Monitorboxen in die Vergangenheit zu schicken und uns ein modernes Monitorsystem zu zulegen. Zuallererst werden alle Sänger mit Kopfhörern ausgestattet. Wir bekamen dazu sehr kompetente Hilfe von Frau Mag. Esther Rois-Merz, ihres Zeichens Geschäftsführerin der Firma Audienz in Wien. Sie hat mit Engelsgeduld eine FUNchestra-Probe begleitet und danach auch gleich die jeweiligen Ohrabdrücke genommen.

Letztendlich wurden es dann drei Mal die Kopfhörersysteme von Vision Ears aus Köln und ein System von ACS aus London, die unser Gefallen gefunden haben. Ich freue mich schon auf die ersten Proben und Auftritte ohne nerviges Pfeifen, bzw. Tinitus.

Das neue Programm #2 - Materialsammlung

Hat sich die Band per Voting einmal für die Songs entschieden, die in das neue Programm aufgenommen werden, geht es im nächsten Schritt darum, passendes Ausgangsmaterial für die endgütlige Version der neuen Lieder zu finden. Prinzipiell gibt es ja mindestens eine bekannte Version des Songs (nämlich die, über die abgestimmt wurde), aber meistens ist es notwendig, noch weiter zu suchen. Das beginnt mit der Klangqualität (die wenigsten YouTube-Videos haben eine Qualität, die für eine Transkription ausreicht) und geht weiter über verschiedene Arrangements (z. B. das Studio-Original im Vergleich mit einer viel mitreissenderen Live-Version) bis zu anderen Künstlern, die die Nummer ebenfalls schon gespielt haben.
Dabei wird dann meistens auch schon die Entscheidung getroffen, wie die Interpretion durch FUNchestra erfolgen wird: nahe am Original, eventuell mit zusätzlichen Instrumenten (meist betrifft das den Bläsersatz, wenn es im Original keinen gibt) bis zu gänzlich neuen Versionen, die oft von den unwahrscheinlichsten Quellen inspiriert sein können (die Initialzündung für unsere Interpretation von "Satifaction" war z. B. eine Instrumentalversion der Organistin Barbara Dennerlein)

Das neue Programm #1 - Voting

Der erste Schritt zu einem neuen Programm ist die Auswahl der neuen Songs. Nachdem jedes Jahr so um die 10 neue Songs einstudiert werden, aber FUNchestra aus 12 Musikern besteht, kann man sich schon ausrechnen, dass das nicht ganz einfach ist.
Früher traf sich die Band, stapelweise CDs mitbringend, und diskutierte so lange, bis jede(r) mit dem neuen Programm einverstanden war (oder keine(r) mehr die Energie hatte, noch was daran zu ändern, was wesentlich häufiger passierte). Mittlerweile erfolgt die Diskussion virtuell: Songvorschläge werden per e-Mail verschickt und diskutiert und die Bewertung schließlich nach dem Schulnotensystem ausgewertet (siehe Bild).
Die Kriterien, nach denen die Songs bewertet werden, sind vielfältig: sie müssen ins Programm und zum Stil von FUNchestra passen, der Sänger (oder manchmal die Sängerin) muss die Songs stimmlich und emotional überzeugend interpretieren können, Songs dürfen nicht zu abgespielt sein, umgekehrt darf aber auch das ganze Programm nicht nur aus völlig unbekannten Nummern bestehen, das Verhältnis zwischen Balladen und fetzigen Nummern muss stimmen usw.
Viele Songs kommen in die Auswahl, weil sie genauso klingen, wie es die Bandmitglieder wollen, andere nur unter der expliziten Vorgabe, sie so zu verändern, dass sie zum Rest des Programms passen. Und schließlich muss der Flow im kompletten Programm (kombiniert mit alten Nummern aus früheren Programmen) stimmen!

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